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Indonesien auf europäischer Bühne

Europalia Indonesia

  

Patung Leluhur Batak, Museum Nasional Indonesia, Quelle: Europalia Arts Festival / Foto: Arkadius

 

 

(InMaOn/Europalia) Vom 10. Oktober 2017 bis zum 21. Januar 2018 präsentiert sich das »EUROPALIA ARTS FESTIVAL INDONESIA« auf europäischer Bühne. Das internationale Kunst-Festival EUROPALIA wird alle zwei Jahre in Brüssel organisiert. Im Fokus ist immer ein Land dessen kulturelles Erbe und zeitgenössisches Schaffen vorgestellt wird. Gastland der 26. Auflage ist Indonesien, der weltgrößte Inselstaat. Die EUROPALIA Festivals werden bereits seit 1969 veranstaltet.

 

Im Rahmen der vielfältigen Programmgestaltung wird sich Indonesien in seiner einzigartigen kulturellen Vielfalt einem breiten Publikum zeigen. Hunderte Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte, Theater- und Tanzvorstellungen, Lesungen und Filmscreenings – in Belgien und sieben weiteren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, laden ein, das Land der 17.000 Inseln und seine vielfältigen Kulturen aus neuen Perspektiven – jenseits der Klischees – zu entdecken.

 

Gemeinsam mit Dutzenden von Kuratoren und Partnern aus Europa und Indonesien wurde ein ambitioniertes Programm entwickelt. Dabei entstehen auch neue Kreationen und Kooperationen zwischen der Kunstszene der verschiedenen Länder.

 

Zu den Höhepunkten zählen drei hochkarätige Ausstellungen in Brüssel und Lüttich. Diese geben faszinierende Einblicke in die Kunst- und Kulturgeschichte Indonesiens und gehen der Frage nach, welche unterschiedlichen Einflüsse und kulturellen Strömungen den Inselstaat zu dem gemacht haben, was er heute ist: ein Archipel voller Dynamik im permanenten Dialog mit der Welt, aber auch ein Land, das bewegte politische Zeiten erfahren hat, die ihre Spuren in Kunst und Kultur des Landes hinterlassen haben.

 

Museum Nasional Indonesia, Quelle: Europalia Arts Festival / Foto: Arkadius

Das Festival startet mit der großen Eröffnungsausstellung »Anchestors & Rituals«, die vom 11. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018 im BOZAR – Palast der Schönen Künste in Brüssel gezeigt wird.

Unter dem Titel »Ahnen und Rituale« gibt die Schau Einblicke in die faszinierende Welt des Ahnenkults, der Rituale und der Mythen in Indonesien. 160 archäologische und ethnographische Schätze, darunter eine Vielzahl beeindruckender Leihgaben aus dem Nationalmuseum in Jakarta, die erstmals in Europa zu sehen sind, zeigen wie tief das Ahnengedenken seit frühester Zeit in Indonesien verwurzelt ist und welche kulturelle Vielfalt – chinesische, indische, arabische und europäische Einflüsse – sich darin spiegelt. Ergänzt werden die Exponate durch Arbeiten zeitgenössischer Künstler sowie durch Fotografie, Video und Musik. Interviews geben Auskunft über den Stellenwert von Traditionen und Ritualen in den indonesischen und europäischen Gesellschaften.

 

Die Ausstellung mit dem Titel »Power and other things» – Indonesia & art (1835-now), wird vom 18. Oktober 2017 bis zum 21. Januar 2018 ebenfalls im BOZAR in Brüssel zu sehen sein.

Die Schau widmet sich der jüngeren und bewegten Geschichte Indonesiens aus dem Blickwinkel indonesischer und westlicher Künstler. Die niederländische Kolonialzeit und japanische Besatzung, die Stellung der Frau, Immigration und der Papuakonflikt zählen zu den Themen der Ausstellung. Künstler wie Raden Saleh, Jan Toorop, Agung Kurniawan, Terroir, Roy Villevoye und Ana Torfs setzen sich in ihren Arbeiten mit den teils turbulenten vergangenen zwei Jahrzehnten indonesischer Geschichte auseinander und beleuchten, wie das koloniale Denken das moderne und postmoderne Indonesien geformt hat und bis heute formt.

Museum Nasional Indonesia, Quelle: Europalia Arts Festival / Foto: Arkadius

 

Untrennbar mit dem Meer und dem Seehandel verbunden widmet sich die Werkschau »Archipel« Indonesiens Pionierrolle als Seefahrernation. Seefahrer aus dem indonesischen Archipel haben mindestens seit der Zeitenwende eine wichtige Rolle im internationalen maritimen Handelsverkehr gespielt. Die ältesten archäologische Bootsfragmente in Indonesien reichen bis ins frühe erste nachchristliche Millennium zurück und belegen, dass bereits in diesen frühen Zeiten weitreichende Seehandelsbeziehungen nach West-Asien, China oder Indien bestanden, die später bis nach Europa reichten. Kaufleute, Diplomaten und Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit hinterließen tiefe Spuren in der Kunst und Kultur des Landes. Die Ausstellung »Archipel«, die vom 25. Oktober 2017 bis zum 21. Januar 2018 im Museum »La Boverie« in Lüttich zu sehen ist, zeigt, wie sich diese äußeren Einflüsse mit lokalen Traditionen vermischten und so unterschiedliche Welten entstanden. Die kunst- und kulturhistorische Schau versammelt herausragende Exponate aus dem Nationalmuseum in Jakarta, dem Königlichen Museum von Mariemont in Belgien, dem Nationalen Marinemuseum in Paris und aus privaten Sammlungen. Von Schreinern aus Makassar wird vor Ort ein Boot in traditioneller Handwerkskunst und in Originalgröße angefertigt.

Praying in the Port of Sunda Kelapa, Jakarta; Quelle: Europalia Arts Festival 

 

Bei der Erstellung des Festivalprogramms haben die Veranstalter versucht, so viele Regionen Indonesiens wie möglich einzubeziehen um die Vielzahl der unterschiedlichen Kulturen und Traditionen abzubilden.

 

Weitere Informationen sowie das vollständige Programm finden sich unter EUROPALIA INDONESIA.

 

 

Indonesien Magazin Online

 

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