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Kulinarisches Kino

Eine kulinarische Reise nach Indonesien

 

Der indonesische Film Aruna dan Lidahnya feierte bei den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin Europa-Premiere, während das Publikum beim anschließenden Gala-Dinner einen Einblick in die indonesische Küche erhielt.

von Katrin Figge

 

von links nach rechts, Hannah Al Rashid, Nicholas Saputra, Dian Sastrowardoyo,, Edwin; Bildquelle: Jörg Huhmann / JH

 

Farbenreiche Gewürze, frisch geschnittenes Gemüse, dampfende Nudeln – Aruna dan Lidahnya (Aruna and her Palate) ist eine Liebeserklärung an die indonesische Küche. Der Film von Regisseur Edwin, der in diesem Jahr auf der Berlinale das erste Mal einem europäischen Publikum vorgestellt wurde, basiert auf einem Roman der preisgekrönten Schriftstellerin Laksmi Pamuntjak.

 

Titelheldin Aruna (Dian Sastrowardoyo), eine junge Epidemiologin aus Jakarta mit einer Schwäche für traditionelles indonesisches Essen, wird in verschiedene Städte geschickt, um einen möglichen Ausbruch der Vogelgrippe zu untersuchen. Ihre besten Freunde Bono (Nicholas Saputra), ein Koch, und Nadezhda (Hannah Al Rashid), eine Autorin, schließen sich ihr an, um sich von der regionalen Küche inspirieren zu lassen. Bereits beim ersten Zwischenstopp trifft Aruna auf ihren ehemaligen Kollegen und heimlichen Schwarm Farish (Oka Antara), der ihr bei der Arbeit zur Hand gehen soll.

 

Diese Zutaten ergeben ein kurzweiliges Roadmovie, der nicht nur mit einer bezaubernden und humorvollen Dian Sastrowardoyo in der Hauptrolle besticht, sondern auch die indonesische Kochkunst herrlich in Szene setzt – und auch die einprägsamsten Gespräche und lebhaftesten Diskussionen zwischen den vier Charakteren finden meist dann statt, wenn sie gerade eine neue lokale Köstlichkeit ausprobieren.

 

Indonesische Kreationen, inspiriert von Aruna

 

Die Berlinale zeigte Aruna folgerichtig in der Kategorie »Kulinarisches Kino«, und im Anschluss an die Vorstellung wurde das Publikum zu einem Gala-Dinner im eigens errichteten Pop-up Restaurant gegenüber des Martin-Gropius-Baus eingeladen, wo einer der bekanntesten und innovativsten Köche Berlins, The Duc Ngo, ein Festmahl mit vier Gängen, basierend auf dem Film, vorbereitet hatte.

 

»Ich habe mir den Film angesehen und daraufhin das Menü für heute Abend kreiert. Dies sind also alles meine eigenen Interpretationen«, erkärte The Duc Ngo und fügte hinzu, dass es ihm aufgrund seiner vietnamesischen Wurzeln nicht allzu schwer gefallen sei, sich an die indonesische Küche zu wagen, da es einige Gemeinsamkeiten gäbe.

 

Serviert wurden Gado Gado, Nudelsuppe, Fischcurry und ein fruchtiges Sorbet zum Abschluss. Auch wenn die Gerichte nicht hundertprozentig indonesisch waren – schließlich hatte The Duc Ngo Freiraum zur Interpretation – war das Publikum, inklusive die aus Indonesien angereisten Schauspieler und Regisseur Edwin, sowie Autorin Laksmi Pamuntjak, begeistert – so sehr, wie der Koch später anmerkte, dass ihn einige Gäste fragten, wann er in Berlin ein neues indonesisches Restaurant eröffnen würde. »Ich werde darüber nachdenken«, sagte er dazu nur mit einem breiten Lächeln.

 

Auch Dian Sastrowardoyo bedankte sich bei The Duc Ngo, da er ihr »eine andere Perspektive auf die indonesische Küche eröffnet hat«. Die Schauspielerin, die sich selbst als Feinschmecker bezeichnet, hat im Jahr 2017 in Indonesien gemeinsam mit vier Freundinnen das Restaurant MAM, das einen Fokus auf gesunde Ernährung legt, eröffnet. In dem Film Aruna, bei dem sich vieles ums Essen dreht, die Hauptrolle zu spielen, war für sie eine willkommene Gelegenheit – und tatsächlich hat sie noch einiges dazugelernt.

 

»Ich dachte eigentlich, ich habe relativ gute Kenntnisse, was die indonesische Küche betrifft, aber ich habe während der Dreharbeiten tatsächlich drei Gerichte ausprobiert, die ich bis dahin noch gar nicht kannte«, gestand sie. »So gesehen war Arunas Reise auch ein Abenteuer für mich persönlich.«

 

Vom Liebespaar zu besten Freunden

 

Dian Sastrowardoyo und Nicholas Saputra standen bereits für den Film Ada Apa Dengan Cinta (2002) gemeinsam vor der Kamera und galten als Traumpaar des indonesischen Kinos. Auch die Fortsetzung Ada Apa Dengan Cinta 2 (2016) war ein großer Erfolg. Aruna vereint die beiden Schauspieler bereits zum dritten Mal – allerdings sind sie hier »nur« beste Freunde, ähnlich wie auch im wirklichen Leben.

 

»Ich war wirklich glücklich darüber, einen weiteren Film mit ihm drehen zu können, und fand es ehrlich gesagt auch sehr schön, dass es zur Abwechslung eine andere Konstellation war«, erkärte Dian Sastrowardoyo. »So hatten wir die Gelegenheit zu zeigen, dass die Chemie zwischen uns stimmt, selbst wenn wir auf der Leinwand kein Liebespaar spielen.«

 

Es war Dian Sastrowardoyos erste Teilnahme an der Berlinale, aber nicht ihr erster Besuch in der Hauptstadt. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie die Gelegenheit, die Stadt zu erkunden, als sie beim Berlin-Marathon mitlief.

 

»Ich liebe Berlin, es ist eine tolle Stadt mit ereignisreicher Vergangenheit, die zu ihrer Einzigartigkeit beiträgt, auch in kultureller Hinsicht«, sagte sie. »Ich habe hier vor allem in den zahlreichen Museen sehr viel über die deutsche und europäische Geschichte gelernt.«

 


Einige visuelle Eindrücke vom kulinarischen Teil von Aruna dan Lidahnya (Aruna & Her Palate).

 

 

Filmplakat von Aruna & Her Palate
Bildquelle: Katrin Figge
von links nach rechts, Edwin, Hannah Al Rashid, Dian Sastrowardoyo, Nicholas Saputra.
Bildquelle: Piero Chiussi / Berlinale
Das selbstgemachte Sambal von The Duc Ngo.
Bildquelle: Piero Chiussi / Berlinale
Das festliche Pop-up Restaurant, das eigens zur Berlinale errichtet wurde.
Bildquelle: Piero Chiussi / Berlinale
The Duc Ngo bereitet das Gala-Dinner vor.
Bildquelle: Piero Chiussi / Berlinale
Die Vorspeise: »Little Indo Noodle Soup«.
Bildquelle: Piero Chiussi / Berlinale
Als Hauptgang servierte The Duc Ngo ein Fischcurry.
Bildquelle: Piero Chiussi / Berlinale
Berlinale-Bär
Bildquelle: Jörg Huhmann

 

 

Indonesien Magazin Online

 

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