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Veranstaltung in Freiburg: Kohle, Palmöl und die Rechte indigener Menschen in Kalimantan
Montag, 29. Oktober 2018, 06:30pm - 08:30pm

Förderband zum Verladen von Kohle am Fluß Barito in Zentralkalimantan; Bildquelle: Dr.Kristina Großmann 

 

Eine Abendveranstaltung an der Universität Freiburg zum Thema »Kohle, Palmöl und die Rechte indigener Menschen in Kalimantan« – mit Gastvorträgen von Vertretern der größten indonesischen Umweltorganisation WALHI, dem Dokumentarfilm »Asimetris« über Palmöl in Indonesien sowie der Diskussion und Vorstellung eines Parcours zum Thema Palmölsiegel.

 

»Kalimantan, der indonesische Teil Borneos, beheimatet ausgedehnte tropische Regenwälder mit einer einzigartigen Biodiversität. Er ist aber auch bekannt für großangelegte Ressourcenausbeutung durch Bergbau, Abholzung und Ölpalmplantagen. Indonesien hat insgesamt nach Brasilien den zweitgrößten in Wäldern gespeicherten Kohlenstoffvorrat und gleichzeitig aber auch eine der weltweit höchsten Abholzungsquoten.

 

Indonesien ist momentan der weltweit zweitgrößte Kohleexporteur und nutzt Kohle auch in erheblichem Ausmaß für die heimische Energieproduktion. Etwa drei Viertel der in Indonesien geförderten Kohle werden in Kalimantan gewonnen. Im Norden der Provinz Zentral Kalimantan entsteht derzeit ein neues Mega-Kohleprojekt auf ca. 350.000 Hektar. Die Kohlevorkommen liegen teilweise in dem Naturschutzgebiet "Heart of Borneo", das für seine große Biodiversität bekannt ist und indem indigene Gruppen leben. Zugleich verachtfachte sich die Palmöl-Anbaufläche von 1995 bis 2017, was zu weitreichenden sozialen und ökologischen Problemen führt.

 

Die Expansion von Kohleminen und Ölpalmplantagen bringt nicht nur Umweltverschmutzung und die Zerstörung von Ökosystemen mit sich. Viele in Subsistenz lebende Bäuer*innen verlieren durch den Ressourcenabbau ihr Land und ihre Lebensgrundlage. Gleichzeitig ergeben sich für andere Bevölkerungsteile neue Beschäftigungsmöglichkeiten und einige Firmen investieren im Rahmen von Ausgleichszahlungen in Infrastrukturmaßnahmen, die von staatlicher Seite lange vernachlässigt wurden. Aus den vielen oft widersprüchlichen Interessenslagen und den gravierenden Folgeproblemen von Kohleabbau und Ölpalmplantagen resultieren regelmäßig Konflikte zwischen lokaler Bevölkerung, staatlichen Stellen und den beteiligten Firmen.

 

Die Referent*innen aus Indonesien werden Einblicke in gegenwärtige Konflikte um Ressourcennutzung in Zentral-Kalimantan geben und mögliche Lösungsansätze vorstellen. Gemeinsam mit dem Publikum sollen Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden, vor Ort in Indonesien und in Europa.«

 

Palmölmühle im Hintergrund, Nord-Sumatra; Bildquelle: Oliver Vanicek

 

Programm:

  • Coal Mining, Environment and Local Communities in Central Kalimantan: Between hopes and reality | Luthfi Bakhiar – Friends of the Earth Indonesia (WALHI)
  • The Palm Oil Boom in Central Kalimantan: Gender and conflicts on land | Meta Septalisa - Friends of the Earth Indonesia (WALHI)
  • Vorführung des Dokumentarfilms Asimetris – Kurzversion – (by Watchdoc)
  • Diskussion und Parcours zum Thema Nachhaltiges Palmöl? Was Nachhaltigkeitssiegel uns versprechen (Watch Indonesia!)

 

 

Die Vorträge und Diskussionen werden auf Englisch, Indonesisch und Deutsch gehalten; Fragen können in allen drei Sprachen gestellt werden und wir übersetzen auch gerne während der Vorträge oder der Diskussion.

 

Eine Veranstaltung der Universität Freiburg in Kooperation mit der Stiftung Asienhaus & Universität Passau gefördert durch die Stiftung Umverteilen.

 

Veranstaltungsort: Albert-Ludwig-Universität Freiburg, Raum HS 1009 im Kollegiengebäude (KGI), Platz der Universität 3, 79098 Freiburg

 

Indonesien Magazin Online

 

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